Es ist der Moment, der zählt

Setz dich aufrecht hin, schließe die Augen, atme tief und gleichmäßig und komm ganz an im Hier und Jetzt. Nichts leichter als das? Glückwunsch, dann bist du wahrscheinlich ein sehr fortgeschrittener Yogi, mehrfach erleuchtet und ruhst tief in dir. 

Wenn du eher der Multitasking-Typ bist wie ich, der gerne auf 3 Hochzeiten gleichzeitig tanzt, mit Freunden Termine machen muss und ein kleines Unternehmen schaukelt, dann ist dieser Blog-Beitrag für dich :-). 

Ehrlich gesagt haben so Poesie-Album-Sprüche wie "Carpe Diem" oder von mir aus auch noch "Carpe Noctem" oder Sätze wie: "...nur der Moment zählt..." bei mir lange zu intensivem Augenrollen geführt. Dieser Dauerstress aus jedem Momentchen das Meiste rauszuholen war nichts für mich. "Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter"? - och nö! Man kann ja schließlich nicht jeden Tag ausflippen, Job kündigen, Mann und Kind kurz mal "vergessen" und ganz bei sich sein. 

Heute bin ich nach Jahren intensiven Yogas zwar nicht erleuchtet, aber mir ist klar geworden, was es bedeutet im Hier und Jetzt zu leben. Ich spüre genauer hinein in die kleinen Dinge des Lebens und bin dankbarer geworden. Ich war noch nie der Typ, der Haus, Auto, Boot und Pferd hatte oder brauchte. Ich mag mein Fahrrad, mein Dach über dem Kopf, meinen Job und die großartigen Menschen, die ich täglich um mich habe. Den Moment leben, heißt nicht so zu tun, als gäbe es kein gestern oder morgen, als hätten wir weder Vergangenheit noch Zukunft. Es geht um Genuss. Diese erste Tasse Kaffee am Morgen zu zelebrieren. Dem Prasseln der Regentropfen an mein Fenster zu lauschen. Sich von einem Kinderlachen in der Bahn anstecken zu lassen. Jemanden, den man liebt richtig zu umarmen statt nur kurz zu drücken. Es bedeutet wirklich zu leben. Echt zu sein. Echte Gefühle zuzulassen und zu zeigen. Laut zu lachen und auch mal ausgiebig zu weinen. Nichts für selbstverständlich hinnehmen und sein Leben so zu gestalten, dass man täglich Lust hat es zu leben. 

Eine kleine Übung, die mir eine liebe Kollegin gezeigt hat, hat mir geholfen, klarer zu sehen:

Setze dich abends für einen Moment ruhig und aufrecht hin. Schließe die Augen und geh für einen Moment in die Vergangenheit. Suche dir 3 Dinge, für die du an diesem Tag dankbar warst. Danach suchst du dir 3 Dinge, für die du am nächsten Tag dankbar sein wirst. Bleibe dann noch einige Atemzüge sitzen und genieße den Moment.  Es verändert deine Einstellung Tag für Tag und kostet so wenig Zeit. 

Ich freue mich über Nachahmer.

Namasté

Eure Katja

 

 

Katja DienerComment